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Vierter Band.
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Wiens 2. Belagerung durch Mathias. 47

Haimburg, bald darauf auch Enzersdorf, der Wegnach Wien stand offen; doch war Mathias nochzu sehr mit andern Dingen beschäftigt, um gegendie Hauvtstadt, deren Mittel und deren Muth er vorvier Jahren hinlänglich kennen gelernt, sogleich etwasEntscheidendes rasch zu unternehmen. Er begnügte sich ,Wien zu Wasser und zu Lande die Zufuhr abzuschnei-den. Die Stadt kaufte von den Ungarn für 3 ,ooaGulden einen siebenmonathlichen Waffenstillstand, wäh-rend dessen sie die wenigen, nicht verwüsteten Bor-räthe einbringen und die Weinlese vornehmen könnte;doch war die Frist allzukurz den Bedürfnissen der volk-reichen Stadt. Als mit den Türken fünfjährige Waf-fenruhe geschlossen war, kehrte Mathias seine ganzeStärke wider Friedrich. — Bruck an der Leitha, Kor-neuburg, Klosterneuburg, das Kahlenberger Schloßfielen. Die Sperre ward immer enger, der Mangelimmer größer. Die Wiener bestürmten den Kaiser mitBriefen, mit Sendungen. Aber ihre Machtbothen,der Geyer, der Siebenbürger erhielten nur leere Ber-heisiungen, Klagen über die Feigheit seiner Söldner,endlich sogar die höchst unzeitige Äußerung: „die Wie-ner sollten nur auch einmahl fühlen, wie wehe der Hungerthue, den sie ihn in der belagerten Burg hätten lei-den lassen!" — Das Brod kam von 5 auf 20 Pfen-ninge , das Pfund Rindfleisch auf io, eine Henne auf4o, ein Ey auf 3 Pfenninge. Kälbernes und Läm-mernes war nicht mehr aufzutreiben. Was fliehenkonnte, war schon nach Böhmen und Mähren entwischt,zum Theil in die Hände der Ungarn gefallen, denn