Band 
Vierter Band.
Seite
78
JPEG-Download
 

78 Friedrichs IV. Tod.

dieselbe ein. — Am 2g. September bestätigte er denWienern ihre Freyheiten. Dann eilte er, sein Rechtan die heilige Krone durch die Waffen zu behaupten.Das westliche Ungarn von der Donau bis an denPlattensee siel in seine Hand, auch die KönigsstadtStuhlweißenburg und Ofen selber bebte. Doch nun ent-stand wegen Theilung der Beute zwischen Fußvolk undReiterey ein schändlicher Streit. Das erstere verließden ritterlichen Maximilian und zog unter zahllosenAusschweifungen gen Wien zurück. Er verlor alleFrüchte seines Sieges, doch ließ ihm der Friede(7. Nov. 1491) den Königstitel Ungarns und die Nach-folge, stürbe Wladislaw ohne männliche Erben. AlleEroberungen des Mathias wurden zurückgegeben.

Friedrich überlebte diese glückliche Wendung derDinge nichtlang. Fast Jedermann unzugänglich ergaber sich auf dem Linzer Schlosse, der Andacht, derSterndeutercy und Alchymie. Eine unbedeutendeBeschädigung halte die schlimme Folge, daß ihm derrechte Fuß abgenommen werden mußte. UnmäßigerGenuß von Melonen, zog ihm während der Heilungei» Fieber zu, das ihn verzehrte. (19. Aug. i 4 g 3 ).Er hatte 78 Jahre gelebt, Jnnerosterreich, von seinesVaters, Ernst des Eisernen Tode, 69, das Reich 54Wien als Vormund Ladislavs 12, als Erbherr 36Jahre lang regiert, weit länger als irgend ein Fürst vonHabsburg, länger als die meisten Kaiser. — Wien, des-sen Disrhum er gegründet, sah eine unerhörte Prachtbey seiner Leiche und besitzt an seinem Grab eines derherrlichsten Denkmahle deutscher Art und Kunst. Die