Der Handel. 91
ins Innerste der großen Tatarey sendeten. Der Bru-der Johann du Pan Carpin begegnete 1247 auf sei-ner Reise eben dahin mit den Kaufleuten von Con-stantinopel, Genua, Venedig, Pisa und aus demheiligen Land, auch welche aus Pohlen, aus Breslau,aus Österreich. — Venedig wußte durch ganz Eu-ropa das Gerücht zu verbreite», die von den Spaniernund Portugiesen aus der neuen Welt gebrachten Ge-würze, Spezcreyen, Arzneyen und Rauchwerk, hat-ten die beste Kraft verloren durch die lange Seereise,durch die Unreinigkeiten des Schiffskiels, durch die lan-ge Niederlage, da, zumahl die Portugiesen, nie Neu-es verkauften, bis nicht das Alte ganz abgesetzt sey.Kaufleute und Krämer, Arzte und Alchymisten stimm-ten hiermit ein und der levantinische Waarenzug ausVenedig her, blieb in Österreich noch lange lebendig,Wiens Handel damit nachdem Norden, der bedeucend-ste. — Es sind der Spuren genug, daß die Lauben-herrn von Wien und die Tuchschneider von Tuln, mitBrügge, dem Stapelplatz der spanischen und spaterauch der englischen Wolle, dem Sitz der gesuchtestenManufakturen, vorzüglich von Tuch, in unmittelba-ren Verkehrgestanden, dennoch mangelt es an Abzeichenplanmäßiger Verbindung und steigenden Verkehrs durchden gewiß wichtigen Umstand, daß Brügge, Gent,Antwerpen und Wien, Maximilian zum Herrn hat-ten. -— Nürnberg haben die luxenburgischen Kai-ser begünstigt. Auch Rudolph, des Stephansdomesund der Hochschule Stifter, gab den Nürnberger» Frey-briefe. Doch hat das alte Sprichwort: „Nürnberger