Band 
Vierter Band.
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9° Wien unter Maximilian.

sie wieder verließ, ein unabwendbares Unglück nachdem andern herein. Constantinopels Fall (> 453 ) —■Albanien, I?egropont, der Peloponnes verloren, Co-lumbus Entdeckungen, Vasco de Gamas neuer See-weg nach Ostindien! (>461 — 1496) Richtung undBilance des Handels schlugen völlig um. Jene bisherimmer morgenländisch, verwandelte sich rasch in eineabendländische und aller Reichthum strömte dem Sü-den und Südosten Europas zu. — Sevilla, Lissabon undAntwerpen haben auf einmahl den Markt der Welt —und dennoch, so groß ist die Macht der Gewohnheit,militärisch regelrechter Ordnung, republikanischer Nüch-ternheit und Gleichheit im H a n d e l, so zäh ist die Vor-liebe für alte festgegründcte Verbindungen, daß bei-nahe noch durch ein volles Jahrhundert dieser unge-heure Umschwung nicht so entschieden tödtlich für Ve-nedig , — für Wien, im Transit nur wenig fühlbarwar und nur durch die unendliche Vermehrung vonGold und Silber in wilder Fluth der Wechselverhalt-niffe empfunden wurde. Kein Wunder, daß die Ve-netianer den jahrhundertalten Handelsweg über Kiowund Moskau jetzt um so eifriger wieder suchten, der-einst die Niederlage zu Nowgorod so wichtig, derWis-by so blühend gemacht! (Vk/ 83 ) Wir sahen, daß die bey-den Plätze, mit denen Wien am meisten verkehrte,das in der Ostmark hochbegünstigte Regens bürg,Wiens Zwischenplatz nach den Niederlanden, nach Kölln,Mastricht und Brügge — und Br e slau, WiensZwischenplatz nach dem Norden, zu Nowgorod undKiow eigne Faktoreyen hatten und ganze Karavanen bis