to2 Wiens damahlige Vers. und Gestalt.
gen , unvermerkt immer mena r ch i s ch e r. — So großwar in jenen rauhen und unruhvollen Tagen das Ansehender Wissenschaft und K u n st, daß die S lad t-vb r i g k e i t, der Hochschule, willig und gerneden Vorrang ließ. — Äneas Sylvius Gemählde derblutgierigen Zornmüchigkeit und Vollerey der Diener,erscheint um so leidenschaftlicher, als einerseits , Er, derItaliener, aus seiner Heimalh, noch ganz andern Lärm,als er von den Schuldigen aus die Unschuldigen fort-gepflanzte Nachstellungen sinnlosen Haßes und meuch-lerische Gewaltthat geivohntseyn mußte, als zuWiendie im Geist und in der Entwicklung der Zeiten lie-gende Eifersucht der Städter wider den Adel,des g e m e i n e n V o l k e s und vorzüglich der Zünftegegen den R a t h und gegen die r a t h s f ä h i g e n Ge-schlechter, nie solche Auftritte zeugte, wie in Augs-burg, Würzburg, Lübeck, Braunschweig, Magde-burg und in so vielen andern Städten, wo bald Bür-germeister und Rath, bald die Zunftmeister erschla-gen oder verbannt, die unruhigsten Handwerker inMasse verwiesen, auch wohl einmahl zehn Rathsherrnauf öffentlichem Markte verbrannt, ein andermahl einDutzend durch Schwert und Strang hinweggeräumtwurde! Das zu gemeiner Wohlfahrt nöthige Gleich-gewicht zu erhalten, genügten in Wien viel sanf-tere Mittel, deren wir zum Theile bereits gedacht.—Zur Niederhaltung der Parteyen setzte der Fürst desLandes seit Rudolph I V. bald einen, bald zwey An-wälde in den Rath, denen auch zugleich die Obhurhder Freyheiten der Hochschule zukam. — Seit Maxi-