Die Marktplätze. 117
kaufsort des Mehls und der Hülsenfrüchte. Die Znai-mer bringen auch Kren und Petersillie dahin. FürSchmalz, Käse und gesalzne Butter ist der Hofraumnächst der Dominikanerkirche. Auch besteht in der Stadtein doppelter Drotmarkt: der sogenannte kalte Marktfür das altgebackne Gebäck und der Lobkowitzplatz fürdas frische Landbrot, was keiner Satzung unterliegt.— Die Hauptmärktc für die grüne Waare sind: derJudenplatz für die bürgerlichen Küchengärtner; derHof und die Freyung für die Küchen - Lust - und Zier-gärtner. Nebstbey ist er aber auch und zwar grositen-theils zum Obstmarkt bestimmt, — dann für die Er-zeuger und Händler mit grüner Waare, die Freyungund der hohe Markt. — Für die entfernten Verkäu-fer des Wildprets aller Art, besteht ein eigner Marktauf dem Platz vor dem Kammerhos; wie jedoch diedort hingesetzten Wildprethändler oder Kapäunlerinnenbey zunehmendem Vermögen, sich eigene Gewölbemiethen, werden ihre hölzernen Hütten zur Verschö-nerung der Stadt niedergerissen. Einen bedeutendenObstmarkt hat das jetzige Wien am Schanzel an derDonau. Ihm gerade gegenüber am linken Ufer, istder Kraut-Rüben-und Erdäpfelmarkt. Ein noch grö-ßerer Obstmarkt aber ist außerdem Kärnthnerthor, vor-dem starhembergischen Freyhaus an der Wiedner Haupt-straße, wo im Spätherbst auch die größte Zufuhr vonKraut, Rüben und Erdäpfeln ist.
Der Petersplatz (ehemahls Freythof) ist hierin deralten Weise noch am ähnlichsten. Um die Kirche istder Schneckenmarkt und biethe» die bürgerlichen Fleisch-