i 46 Maximilians Tod.
schärferer Gegensatz gedacht werden kann, als dieserVater und dieser Sohn! — Maximilians Gedächt-niß ist noch nach Jahrhunderten ein Heller, ein war-mer Sonnenstrahl im trübsten Wolkennebel und Re-genschleyer und in dunkler Gewitternacht. Bis ins zwölf-te Jahr der Zunge nicht mächtig ,von den Meisten fürblödsinnig erachtet, darauf durch einen rohen Lehrer,Peter Engelbrecht, Bischof in der Neustadt, mit Eckelund Abneigung gegen alles Wissen erfüllt, ward Maxgleichwohl der wahrhafte Pförtner aus dem gemüths-starken Mittelalrer herüber in die neuere wiffensdur-stige, rechnende Zeit, eine der herrlichsten Blumenund die letzte, hvchauflodernde Flamme des lange schonvon innerlichem Brande verzehrten, nun gleich einemRiesen aus Asche, vom mächtigen Hauch der neuestenEreignisse in alle Winde verstreuten R i t t e r t h u m e s :— ein rechter Fürst der Kunst und der L i e b e! — Wirsahen die Armseligkeit, die Noth, die Gefahren seinerJugend ; darum dünkt es uns zweckmäßig, die an andernOrten weitläusiger ausgesprochenen Hauptzüge seinesLebens und Wirkens, hier in einen Brennpunct zitsammeln.
Auch Max sollte „Löwenherz" heißen, denn zuMünchen und Utrecht that er, was Richard. Er hatergrimmte Bären gefällt; Steinböcke, denen er jedenAusweg versperrt und seine eignen Jagdhunde, droh-ten öfters ihn mit in den schwindelnden Abgrund zureißen. Schneelavinen und Sleingerölle donnerten überihn hinweg; ähnliche Gefahren, wie jene anderMar-tinswaud, kehrten mehr als einmahl wieder. Aufdem