Band 
Vierter Band.
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D i e Reformation.

Die Wiener Hochschule zögerte unter dein Ver-wand, des Kaisers Geheiß abzuwarten, mirderBekannt-niachung der Verdammung-bulle und mir derVerbren-nung der Schriften Luthers, wie wir in ihrer Geschichteumständlicher melden. Noch früher als Luther, harte derPafsauer Official zu Wie», Hanns Kaltenmarkcer,ähnliche Sätze behauptet und gleichzeitig mit Luther,Philipp Turriano , Commenthur zum h. Geist im Ho-spital an der Wien und die Cisterzienfer Jacob und Theo-bald, jener bey St. Peter, dieser bey den Lorenzerin-nen, öffentlich und heftig wider den Ablaßverkaufund wider den Bilderdienst gepredigt. — Paul Spe-ratus , von Salzburg vertrieben, sehte sein Unwesenzu Wien fort und schrieb heftig gegen die dortige theolo-gische Facultät. — Luthers Losung : „Kraft, Licht, Frey-heit !" —der gewöhnliche Gruß seiner Partey in Briefund Gespräch : „die Freyheit lebe!" das allgemeine Bi-bel-Lesen und Auslegen, durch welches bald so vieleK i r ch e n, wie Köpfe entstanden , setzte die ohnehinerhitzten Gemüther in helle Flammen. Auch in und umWien griff die neue Lehre mächtig um sich, unter Adelund Bürgerschaft. Der reiche Bürger Caspar Tauber warder heftigste. Bey St. Jacob, bey St. Lorenz, beyder Hinnnelporcc, entsprangen mehrere Nonnen. VieleGeistliche nahmen Weiber.

Um sein Wort von der Priesterehe.durch die That zubestätigen , vermählte sich Luther, mit der aus Nimptschentlaufenen Cisterziensernonne, Catharina von Bora,aus dem ältesten schlesischen Adel, die er seinen Freun-den Glatz und Baumgärtner vergeblich angetragen. —