Die Reformation. 169
Ferdinand setzte ein Glaubensgericht von Zwölfen nie-der, unter dem Vorsitz seines Beichtvaters , nun Bi-schofs zu Wien, Johann von Revellis. Der Burg-prediger Johann Eggenberger nahm die Flucht.Der Tauber, Hanns Voystler vom innern Rath,Jakob Peregrin, Hülfspriester im Hospital und Jo-hann Väsel, Priester in der Neustadt, waren die Er-sten, die vor dieses Gericht gestellt wurden (> 525 ).Sie thaten den verlangten Widerruf und kamen mitKirchenbuße davon. Der Tauber aber,der neuerdingsabfiel, wurde im Sept. 1524 den Flammen über-geben. — Allgemeine Gleichheit und in Folge deren,Abstellung aller weltlichen Obrigkeit, Bilderstürme-rey,der Wiedertauf, die Gemeinschatt der Güter undWeiber und Vielweiberey, mischten sich bald zu denAnsprüchen auf Kirchenfreyheit. — Dem Kaiser wa-ren übrigens diese Bewegungen sehr günstig gewesen.Es stand in Carls Macht (und der Kanzler Gatti-nara riech eifrig dazu,) sich an die Spitze des furcht-baren Bauernkriegs zu stellen, die Fürsten wieder injene Zeiten zurückzuführen, wo sie unter dem großenBarbarossa für Landfriedensbruch die schmähliche Strafedes Hundetragens erlitten und darauf eine deutscheE r b m 0 n a r ch i e zu gründen. Ja Franz I. von Frank-reich, wollte sie ihm garantiren, wenn ihm Carl da-für Oberitalien itberließe.—DesAd e ls Fehden gegendieS t a d t e hörten allmählig auf. Erfühlte, daß dieFürsten die eigentlichen, immer weiter um sich grei-fenden Feinde seiner Unabhängigkeit seyen, wie esuns Goethe, (des deutschen Volkes Stolz und sei-