»74 Das Verderben von Mohacz.
Als Herr Constantinopels, wähnte sich der Türke,einen Erbender Constantine, und dachte von Byzanz,aus seinem Steigbügel, über Rom und über das Abend-land zu herrschen, gleichwie Constantius , Theodosund Justinian. Er weigerte Carln den Kaisertitel.„Wie nur ein Gott i m Himmel, nur eine Sonnea m Himmel, so solle auch auf Erden n ur ein Kai-ser und Herr seyn!" — Aleranders Heerfahrten undCäsars Große begeisterten ihn. Er laS sie in feiner Spra-che. Von der Künste himmlischen Gewalten, schien erüberrascht und entzückt. Er haßte die Barbarey seinerNacion und handelte oft so sehr wider ihre Sitten undGlaubensmeinung, wie nur ein Mann von solcher Gro-ße es wagen durfte. In ihm wohnte eine, dem Geistund Buchstaben des Koran widerstreitende Duldung;sein Größtes vollbrachte er, weniger durch Musulma-nen,als durch Renegaten von glänzenden Gaben,—denen, die ihm der Christen und Juden völlige Aus-rottung rierhen, wies er die unendliche Mannigfaltig-keit und Verschiedenheit der Gewächse, als des Gar-tens höchste Schönheit.— Er gedachte das unermeßli-che Reich, durch wohlgeordnete Regierungsplane zu um-faffen , aber weder war sein Volk hierzu reif und willig,uoch seine eigne Persönlichkeit, denn wohl waren sei-ne ersten Einfälle meist großartig, und sein Herz nichtselten, ritreriich großmüthig. Doch wie den zahmenLöwen, Durst nach Blur, oft im kosenden deckender bekannren Hand überfällt, überwältigte auch ihnallzuoft, die leidenschafcliche Gewaltthätigkeit seinesuntersten Wesens. Der in drey Welrcheilen ttnwider-