Das Verderben ton Mohacz. 175
stehliche war gleichwohl schwacher als ein Kind in Liebeund Eifersucht. Ihnen opferte er seinen größten Weffer,jenen Ibrahim, der Wiens Belagerung so sehr wi-verrathen, ihnen seine besten Sohne und viele Tausendevon ihren Freunde»/ ihnen am Ende seiner Bahn / dieganze kriegerische Haltung , den Kern und die Bürgschaftseiner Dynastie, die er nicht mehr unter des Heeres Au-gen aufwachsen ließ, sondern unter Weibern und Ver-schnittenen einschloß und sie zu eigentlicher Verfanlungvorbereitete.— Von Osman bis Suleyman waren zwölfSultane, alle Krieger und Eroberer, Mehrere derSchrecken ihrer Zeit gewesen, nach Suleyman zwanzig ,darunter kaum zwey in den Waffen ausgezeichnet undnur ein einziger, siegbekronter Padischah! — Darumwäre es auch sehr irrig, die damahlige Stellungder Türke» gegen die ganze gesittete Welt, mir derje-nigen zu verwechseln, in die sie seit Suleyman undzumahl seit dem PaffarowitzerFriedengetreten sind.—Daß Franz der I. Suleymans Bundessreund ward, galtdamahls allgemein als ein Verrath Frankreichs an dergesammlen Christenheit. Darum konnten auch die Abge-ordneten Wiens und Österreichs, in dringender Bitte anFerdinanden um rasches und strenges Einschreiten ge-gen den Verfall aller Religion und aller Sitten,(zugleich charakteristisch für die historischen und ethno-graphischen Ansichten jener Zeir, mir Grunde sagen:)»daß der Juden babylonische Gefangnuß und die Zer-störung des Tempels, die Strafe gleicher Herzenshär-tigkeir gewesen und die drey gewalrigsten Monarchien,als, die Aßyrisch, Persisch und Griechische, all' vonden Türken (!!) als anfänglich einem geringen und