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Vierter Band.
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j 98 Der große Sul e yman vor Wien.

Fackeln hin und her schreiten. — Salm und Rogen-dorf und der Pfalzgraf ließen L ärm schlagen. Jedereilte freudig auf seinen Posten; die Äriegszuchc warstrenge und jeder Saumsal wurde empfindlich gezüch-tigt. Zwey Lanzknechre, wahrend ihre Roote demSrurmlarmen zueilte, in Weinkellern schwelgend, wur-den als llberläufcr an den, zu scharfer Handhabungsoldatischer und bürgerlicher Polizey , auf dem Lugeckaufgerichteten Galgen gehängt. — Salm sprach zuseinen alten, in Italien und Ungarn wohlerprobrenReisigen. „Man werde nimmer so oft unnörhigenLärm schlagen.' Ihre Wachen allein je en dem Fein-de gewachsen , drängte er sich auch zu Tausen-den in die Gräben. Die Mauern in Schute undTrümmer zu legen, dazu fehle es ihm an schweremGeschütz, sie zu ersteigen an Leitern und nach dergestrigen eingreifenden Lehre, wohl auch an Muth!Hier seyen die Briefe, mit denen in verschwiegenerMitternacht, ein schlauer Böthe über die Donauglück-lich eingetroffen sey ! — König Ferdinand und der Pfalz-graf Friedrich verhießen längstens binnen acht Tagenden Entsatz. Darum sey jetzt die Stunde nicht klein-lichen Sorgens, sondern der lautesten Freude. Dassollten rund um die Wälle, hundert Kanonenschüßedem stolzen Feind in die Ohren donnern!"

Der 6. Oelober war einer der drohendsten Ta-ge der ganzen Belagerung. Der Feind setzte unter un-aufhörlich fortwährendem Donnern seines Geschützes dashölzerne Bollwerk am Kärnthnerthor in Flammen. Diedortigen Mauern drohten stündlich in die Stadt herein-