2oo Der große S ul e yman vor Wien.
binnen dritthalb Stunden über i2oo Leichen aufge-türmt. Dennoch wurden immer frische Schaaren zumSturm getrieben und dawider von allen Platzen die Re-serven herangezogen. Da die Bollwerke alle, von den Au-gustinern bis zum Stubenthor einem Schutthaufenglichen, stürmten noch am r2. October die Türken um 1Uhr, um 2 Uhr und um 7 Uhr Abends ryit trunkenerWuth , keineswegs aber mit besserem Erfolge. — Pa-nischer Schrecken ergriff nun die sieggewohnten Bar-baren. Ganze Schaaren verweigerten das Gefecht undergriffen kopflos die Flucht bis aufdie nahen Hügel undWeinberge. Umsonst eilten die Offiziere ihnen nach,sie mit Peitschen und Säbeln wieder vor die verhaßtenSchutthaufen zu treiben. Der Regen hatte endlich auf-gehört und der Vollmond trat klar und kalt aus denWolken. Da ward am spaten Abend noch einmahl Lärmund es geschah nochmahls ein Anlauf an allen Bre-schen. Die in Italien, bey Bicocca, bey Pavia widerjenes unüberwindliche Fußvolk der Schweizer und widerdie französische Gens d'Armerie, in Ungarn wider diemorgenlandische Streitcsart der leichten Reiter Za-polyas und wider seine pohlnischen Freunde erprobtenLanzknechte des alten S alm, fertigten solch' letztenVersuch ohnmächtiger Wuth, gleich einer Fastnachts-balgerey ab.
Am i 3 . zeigte die völlige Ruhe des feindlichenLagers, es gebe Morgen oder Übermorgen wieder ei-nen heißen Tag. Wirklich überstieg des SultansGrimm alle Gränzen. Er berief alle Paschen, denIanitscharenaga und die vornehmsten Kriegsbeamcenin sein Gezelt, schalt ihre Feigheit, versprach Gold