2o4 Der alte S a l IN und seine Helden.
Der auf den Tod verwundete Salm hatte esnach seiner Art den Feinden besonders gut gemeint. —Wahrend Kahianer , Weichselberg und der tapfereServier/Paul Bakics die Türken überLachsenburg ver-folgte»/ viele von ihnen erschlüge»/ zahllose Gefan-gene besreyten, ließ er die meiste Reiterey und waser von leichten Truppen hatte, bey der Lobau insMarchfeld übersetzen und folgte selbst in der Sanfte, desWillens, eiiiverstandlich mit dem tapfer» Comman-danten Preßburgs, Wolf Oder und auf geheime Ein-verständnisse bauend, Gran, vielleicht auch Ofen vor demFeinde zu erreichen. Aber bald wurden die Schmerzenunleidlich, die Anzeichen bedenklich. Man mußte eilen,sein nahes Schloß Marcheck zu erreichen. — March-eck wo sich Rudolphs Sieg über Ottokar entschie-den, dessen Pfarrkirche an derselben Statte steht, woRudolph durch den Riesen Herbot von Füllenstein indie äußerste Gefahr gerieth, war dem Helden eintheurer Ruheplatz gewesen von der schweren Tages-last des Raths und des Krieges. Der „S a l m h o f"bewahrt bis auf den heutigen Tag sein theures Ge-dächtniß. Noch durch ein halbes Jahr widerstand, un-glaublich genug, diese markvollr Germanengestalt ausdem Tacitus, ihrer Aussösung, peinlich ringend mitSchmerzen und Schwäche. Erst am 4- May i53o en-digte der letzte Kampf des Heroen, dessen ganzes Da-seyn ein Kampf gewesen. Die Leiche wurde nach Wiengebracht, wo Carl V. und Ferdinand I. ihm in derKrenzkapelle der Dorotheenkirche ^'wo die Gruft derSalme) ein herrliches Denkmahl errichteten, mit sei-