Band 
Vierter Band.
Seite
211
JPEG-Download
 

aus dieser Belagerung. 211

das regnerische Herbstwetter und die vielen vergeblichenSturme, zum Abzüge genöthigren Großsulrans, etwadurch den Zedlitz, einen solchen Scheidegruß geschickt zuhaben,derbillig lange vergessen, endlich jene höhnische'Erfüllung gefunden hat. — Übrigens war die Mondes-sichel eine sehr gewöhnliche Verzierung der Thurmgie-bel. Auch beym Stephansthurm war dieß der Fall, dennin Schmelzels Lobgedicht aus Wien von heißt es;

Die hoch v cS Thuen S ich erfragt,

Der Statnieister für war mir sagt:

Vom M o n s ch e i n ab bis auf die erden

Sechs und achtzig fhlaffter wer».

Ein furchtbares Nachspiel der Belagerung ^ warder, wenige Tage nach der Türken Rückzug, unterden Soldaten ausgebrochene Aufruhr, nicht gerin-ger als derjenige, welcher zwey Jahre früher dieHeerfahrt wider Rom entschied, Georgen von Frcunds-berg das Leben kostete, Bourbon, Lodron und man-che Helden dieser Belagerung, den Scharklin vonBurtenbach, den Wahingen, den Bomelburg rc. ge-nöthigt halte, ihre Sicherheit im Stall, unterSrroh und Mist zu suchen! Weil sie fünf Haupt-stürme tapfer abgeschlagen, begehrten sie auch nachdamahliger Sicre, fünffachen Sold, horten nicht denZuspruch der Obersten Bernau und Gotresinann,schüttelten fürchterlich ihre Lanzen, drohten Plün-derung der Stadt und verwarfen den ihnen angeboch-nen doppelten Sold mir viehischer Raserey, so daß derBürgerschaft vor diesen ihren Vertheidigern iiunicrender Stadt mehr bangte, als früher vor den Türken von