8 Der Ächter Ioh. Friedrichs. Sachsen
bäudes bey Siiiimering, ?lbends Ball bey Hofe. *).Heinrich, in den Künsten der Galanterie ausgelernt,überaus lebhaft, fein und witzig, gefiel allgemein,benahm sich sehr zärtlich gegen das kaiserliche Haus,gelobte Elisabethen, Carls Witwe, Marens Tochter,ein guter Bruder zu seyn und einem der Erzherzogezur pohlnischen Krone zu verhelfen. — Rudolphbereits König in Ungarn und damahls mit seinem Bruder,Ernst aus dem Landtage zu Preßburg, wurde nach Wienberufen und nahm es sehr hoch, aus des Kaisers Befehl,im eignen Lande, Heinrichen, derdenPohlen entlaufenund in Frankreich ncch nicht König war, den Vorranggeben zu muffen ! Erzherzog Carl von Sceyermark, ließHeinrichen durch Barcholma Khevenhüller, Freyherr»,vom Semmering bis an die Beliebiger Gränze pracht-voll begleiten. (In Deutschland fürchtete er die Nach-stellungen der Protestanten.) Als er zu St. Veit vordem Hochaltar die Messe gehört, riß plötzlich vom Fußeines colossalen Crucifixes der große Todlenkopf losund rollte so rasch auf Heinrichen hin, daß er ganzüberrascht in die Knie sank, zum Khevenhüller alsosprechend: „biß sey ihm ain unfehlbare Anzeig (einseignen blutigen todts, # den er in Frankreich findenwurdt." Anderthalb Jahrzehende später fand er ihnauch, durch den Mettcheldolch des Dominikaners Ele-ment (i. Aug- i58g) als er, der Guiseu treuloser
') „Weil der Kdönig aufbrochene Hend vnd desshalbeiiseim essen vnd tanzen , l> a n d s ch » h angehabt > hat dasFrauenzimmer gefragt, obs ei» Pol injsch oder Kran-gösislpe Höfflitykeitsey?"