i4 Fortschritte der Reformation.
s i t t e n und aller gehorsam von sich gethan wor-den !” Erst in die letzten drey Lebensjahre Ferdinands/als seine Handel mit dem starrsinignn Paul lV. als sei-ne Protestatio» gegen mehrere Disciplinar - Beschlüssedes Trientner-Krrchenrathes / als sein Antrag, den Ge-nuß des Abendmahls unter beyden Gestal-ten^) und (unter mehreren, der griechischenKirche nachgebildeten Bedingnissen) die Priester-ehe zu gestatten, das Tagesgespräch wurden, als dieNeuerer laut und kühn den Thronfolger Maximilian,eine Säule ihrer Lehre zu nennen wogten, da schie-nen auf einmahl alle Bande zu reißen und die Actendieser Jahre enthalten Blatt für Blatt, noch ganzandere und zahlreichere Ärgernisse / als die Tage desAblaßkrames. — Losgelassen, ja ermuntert und auf-gestachelt, kam die innerste Berderbtheir an den Tag.Es war noch das Geringste, daß viele geistlichen. Bor-stände, Prälaten und Probste das Gut der Kirche,der ihnen anvertrauten wohlthätigen oder wissenschaft-lichen Stiftungen, als eine Herrnlose, preisgegebeneSache vernachläßigten, verschleuderten, daß sie die er-sten Gegenstände ihres Berufs übersahen, als Dinge,die nun einmahl nicht mehr in die Zeit und in die neueOrdnung paffend, ihr doch in Kurzem völlig und fürimmer würden weichen müffen. Doch ward hierdurch
') Noch unter Sarin VI. wies man im Tabernackel des Speise»alkars bey St. Stephan zwey Ciboricn, die zur Rcichungdes Udendmahles in Brod und Wein und zugleich des hei-ligen Hhls für die Sterbenden eingerichtet waren, als einDenkmahl der wenigen Jahre, wo der heilige Stuhl hier-zu connivirte.