Band 
Vierter Band.
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I

Fortschritte der Reformation. 1 5

der alte Glaube, der letzten Mittel, der einzige»Vertheidiger beraubt. In gar vielen Kloster» hartendie Prälaten Weib und Kind, die Mönche wolltenhinter ihren Obern nicht zurückbleiben. Jeder fand ei-nen Text in der Bibel, wie er ihn zur Beschönigungseiner Ausschweifungen eben brauchte. Sie theiltendaS heilige Stiftungsgut unter einander, verschulde-ten , vertauschten, verkauften es nach Belieben, vo»den Prädicanten öffentlich von der Kanzel hierzu auf-gefordert , darum belobt, darin bestärkt. Die ab-trünnigen und verheiratheten Prälaten von Garsten,Gleink, Schlegel und Bulgar», die den Raub amärgsten getrieben, mußten sammt ihren Familien ver-triebe» werden. Der Probst von Klosterneuburg, Pe-ter Hübner, brachte sein Stift an den Rand völlige«Verarmung, duldete, daß seine Chorhern und Pfar-rer sich Pastoren nannten, daß sie sich vereheligten,nahm selbst ein Weib und öffnete dem Verfall allerSitte im dortigen Frauenkloster Thüre und Thor.Endlich, aber viel zu spät, ward er abgesetzt und starb'nach Jahren als ein herumirrender Bettler im Klo-sterneuburgrrhofe zu Wien! — Kaum hemmte daswilde Räuberwesen, Ferdinands strenges Generalman-dat, sich mit keinerley geistlichen Personen in Be-lastung oder Veräußerung geistlicher Güter einzulas-sen. In edlem Gegensatze mit der allgemeinen Wuth,Kirchengut an sich zu reißen, steht Ferdinands lang-same und uneigennützige Erörterung, ob und in wieferne er die, in seinem Lande gelegenen Zugehördenbereits aufgehobener, zerstörter, ihrem ursprünglichen