2v
Fortschritte der Reformation.
und meist mit Glück versuchte Gemeinplatz, die Rol-len zu wechseln, aus jener der Angreifer, sich injene der Angegriffenen zu versehen, im Besitzeder entschiedendsten Übermacht, stätS noch über U n-terdrückung zu schreyen, kaum geduldet,gleich selbst nichr mehr zu dulden, Alles, wasihrer Sache frommte, was zu ihrer Partey ge-hörte, zu beschönigen, dem Gegentheil aber, selbst ausder N o't h w e h r, ein Verbrechen zu machen, dasverstanden die Neuerer jene r Zeit so trefflich, wiedie der u n sr i g e n.
Leider ward Wien und das Land unter der Enns vonkeiner jener gewaltsamen Zuckungen völlig verschont.Dennoch blieben ihn, wenigstens alle die Zwietrachtssce-nen zwischen Evangelischen und R e f o r m i r t e nerspart, die so viel andere Lande mit wechselseitigem Kir-chenbann , mit Blutgerüsten und Scheiterhaufen undBürgerkrieg erfüllten, die z.B. die katholische Obcrpfalz,evangelisch, reformirt, wiederum evangelisch, nochmahlsreformirt und zuletzt katholisch gemacht haben, in Eng-land, wo sie Hinrichtungen ohne Ende veranlaßten,die empörendste Justiz - und Frömmigkeitshcucheley inihrem Gefolge hatten, in Holland, über Häupterwie Barnevald und Hugo Grotius, das Henkersschwertoder Gütereinzichung und ewigen Kerker verhängten.—Das L u t h e r t h um hat sich überhaupt nie so ochlokra-tisch, so antimonarchisch gezeigt, wie der in Wien undÖsterreich nie heimisch geivordene C a l v i n i s m , inden Puricanern und Non - Consornüsten, Remonstran-ten und Contra - Remonstranten, oder in der Schweiz,
\