Fort schritt e d e r Reformation. 25
In der Frohnleichnamsoctave i54f) ward ein luthe-rischer Bäckenfunge aus Franken zur Richtstätte ge-schleift und nach abgehauener Hand und Zunge, le-bendig verbrannt, weil er beym grünen Kranz aufdem Graben, inmitten in dic Processio» gedrungen,dem Priester die Monstranze aus der Hand gerissenund sie unter wahnsinnigen Lästerungen an der Erde zer-schmettert hatte. Wie aber grausame Strafen aus al-le» Arten des Fanatism, den religiösen am we-nigsten abhalten, sondern vielmehr aufreihen, wieder-hohlten sich ähnliche Unthaten nur zu oft. Die Lan-deshauptleute emvsingcn den gemessenen Befehl, diekatholische Priesterschaft geziemend zu schirmen. DenPrädikanten wurden die unaufhörlichen wüthendenAufhebungen von der Kanzel eingebothen, dagegenauch den Jesuiten genaue Gränzen der Widerrede undNothwehr vorgeschrieben. Alle Mummereyen, alleCo-mödien, alle Schlittenfahrten wimmelten von Angrif-fen, Hohnliedcrn, Spottmasken auf die Katholischen.Bey Nachtszcit wurden sie nicht selten mir den Waf-fe» angefallen, so daß jene altgewohnten Unterhal-tungen und Volksfeste sammt und sonders untersagtwerden mußten, (23. Jänner. i56i) und nach demKlang der Bierglocke von St. Stephan, ohne Lichtauf der Straße zu gehen, wie in Zeiten der Bela-gerung oder des alten Faustrecht>vüthens verbothenward ! Eine der gräulichsten Thaten war der, unter demVorwand eines Freundschaftsbesuches, von den Edel-herrn von Hofkirchen und Schonkirchen, auf Anstiftendes Pastors Adam Strohmayer, an Niklas Freyherr»