Band 
Vierter Band.
Seite
37
JPEG-Download
 

Gegenreformation. 37

derung weiteren Umsichgreifens. — Es hätte nichteinmahl der allerdings nicht wohl überlegten Eile be-durft, mit der man hierbei) verfuhr, um das Geschreyzu veranlassen, es gelte einer völligen Ausrottung!Heilige Nothwehre schien es nun , mit den Glaubens-genossen in all' andern Ländern gemeinsame Sache zumachen und diesi ist der Ursprung der Associatio-nen und Con föd e ratio neu der Protestanten,die Deutschland und Österreich an den Rand des Ver-derbens geführt haben. — Vor dem P a ss a uerFrieden ivar der evangelische Gottesdienst und diePredigten zu Wie n noch im Verborgenen. In Fer-dinands letztem Jahrzehend ließen die Adclichen ihrePrediger von den Schlossern und Edelsitzen all-Mahlig und insgeheim nach Wien kommen. >556erschien eine Postille in lauter Bibelsprüchen „von ei-nem christlichen Pr äd i k a nten zu Wien inÖsterreich gemacht." i5S8 gab Map II. den Ständengänzliche Religonsfreyheit auf ihre» Schlössern undGebiethen, mit ausdrücklicher 'AusnahmeWiens, wiewohl ihnen »»verwehrt blieb, ihre Pre-diger vom Lande mit in die Stadt zu nehmen und Je-dermann an ihren Vortragen Theil nehmen zu lassen.So thaten es auch der Landmarschall Rogendorf undGraf Hardeck, mit Meister Jakob Heilbrunsser aus Tü-bingen , der Freyherr David Ungnad von Weissenwolfmit Meister Stephan Gerlach, st>en er zuletzt als Ge-fandtschaftsprediger mit nach Constantinopel nahm rc.röy/, vergönnte Maximilian den beständigen Gottes-dienst im L a n d h a u s e, darauf auch bey den Mino-