Band 
Vierter Band.
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Erdbeben und Pest.

Kilb, wurden (21. Oct. »597) am Hof zu Wien,durch Rad und Schwert von, Leben zum Tod gebracht.Andere nach abgenommenem Eid, mit abgeschnittenenNasen und Ohren nach Hause geschickt. — Gotthardvon Starhemberg zerstreute ob der Enns, die letztenmeuterischen Haufen, mehr durch sein Wort, alsdurchs Schwert.

Inmitten dieser tragischen Geschicke fehlten auchLandplagen nicht.— 1 565 und >569 wüthete die Pest.Alle Pramonstratenserinnen zur Himmelspforte fielenihr zur Beute. Das Kloster wurde mir Jakobcrinnenneu besetzt. Am 24. April ,590 fraß eine am Stu-benthor ausgebrochene Feuersbrunst einen großen Theildes Stuben-und Karnthnerviertels. Am > 5 .Sept. >690geschah das furchtbarste Erdbeben, dessen Wiens Jahr-bücher gedenken, von 5 llhr Abends bis Mitternachtmit immer gewaltigern Stoßen wiederkehrend, dieden Stephansthurm so erschütterten, daß die Helm-stange, worauf der Knopf ruhte, sich so stark gekrümmt,daß man lange und mühevoll mit der Gleichrichtungzu thun hatte. An mehreren Orcen, sperrte die Erdeeinen weiten Rachen auf, der Jesuiterthurm stürztezusammen, die meisten Häuser und viele Kirchenge-wolbe bekamen bedenkliche Risse. Das Wirthshaus zurgoldenen Sonne fiel in Schutt, eilf Menschen, dienicht schnell genug fliehen konnten, wurden erschla-gen. Der Schrecken war unbeschreiblich. Bis zum 17.Sept. erneuerten sich die Stoße, jedoch ohne fernernSchaden. Die windstille, sengende Hitze wich einemtagelangcu Platzregen, unter dessen Strömen, Erzher-