Band 
Vierter Band.
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Rudolphs G e m ü t h s kr a n kh e i t rc. 47

niemahls froher Mutter, der arragonischen Johannahatte er ganz jenen unglücklichen Trübsinn, der diehohe Frau in frühen Jahren, mit des Gatten Todezugleich um den Verstand gebracht, der Carl» all'seine»Herrlichkeit verleidet und ihn vom Thron zweyer Weltenin Gärtchen und Klosterzelle von. St. Just getriebenhat. Aber wie es wahrlich fast nie das Nähmlicheist, wenn zwey das Nähmliche thu», war auchin Rudolph keine Spur jener stillen Große, jenesinnigen Zartgefühls, daS in Carls Abschied von derWelt, das'in seinem Klosterleben, jedes Auge mitThränen benetzte, jedes fühlende Herz mit Himmels«gemalt ergriff und zu seinen Füßen zog. Das langeWeilen in Spaniens glühenden Lüften, am finstern,argwohnSvollen Hofe Philipps ll. hatte nach AdamDietrichsteins dringenden Berichten, unheilbringendauf Rudolph gewirkt. Nur zu bald offenbarten sich dieentscheidendsten Spuren düsterer Hypochondrie und inseiner Gedankenfolge, öfterer Mangel alles Zusam-menhanges, unbezwingliche Versteinerung, ja zeitweiseein offenbarer Blödsinn und immerdar ein, mit der lär-menden llngeduld eines bösen Kindes ausgesprochenerWiderwille gegen alle Regierungsgeschäfte, außerwenn er etwa gewahrte, ein Anderer widme sich den-selben mit Thateifer und mit Liebe, worüber er je-öes Mahl in verzehrende Eifersucht fiel. — I a h r e-iang harrten die Machtbothen Ungarns und Öster-reichs in Prag vergeblich auf eine Audienz. Jahrelangschrieben und schrieen Generale und Statthalter frucht-los um Verhaltungsbefehle. Sahen sie sich aber am