Band 
Vierter Band.
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R udolph s G e IN ü t h s k r a n k h e i t ec. 49

Verschlossenheit des Kaisers waren die Goldmacher,die Kammerdiener und Stallknechte sehr wichtigePersonen, denen die Feldherr» (deren Böller an Al-lem Noch litten,) denen die Statthalter, (deren Pro-vinzen bedrohc, oder ansrührerisch waren,) denen diewenigen in treuer Ergebenheit ausharrenden Mag-naten den Hof machen mußten, um nach vielen Mo-nache» vergeblichen Harrens, endlich einmahl auf einPaar Augenblicke, im Flug, Rudolphs Gehör zu erhä-schen. Mit Earln IV. wetteifernd, suchte er Prag zu ei-nem Wunder der Welt zu erheben. 2» anmuchigen Gar-ten blühten Baume, Gesträuche und Blumen fernerWeltgegenden; Zauberspiegcl und Wasserspiele beleb-ten und erfrischten die Grotten. Unsichtbare Mußt wieg-te in süße Traume.

An Schönheitssinn und Geschmack fehlte eS Ru-dolphen nicht. Er war der erste Monarch , der die Hof- -narren abschaffte. Desto mehr Narren ohne Schellenkap-pen , Markcschreyer und Quacksalber, Alchemisten undRosenkreuzer drängten sich um ihn. Der EngländerDee betrieb seine schwarze ssunst und seine Gciner-erscheinungen so lebhaft, daß Rudolph alles Ernstes,thu und sich sur ein Paar gewaltige Zauberer hieltund sich Peyde nicht wenig vor einander fiirchteten.selbst em Mann wie K h e v e n h ll l l e r, glaub-te , Rudolph sehe das Fernste in seinem Wunderspie-stel und sein Magnet sey ein Berrarher der geheim-sten Gedanken!! Es ivar bloße Gunst des Zufalls, daßuncer dem Schwärm von Betrügern und Betrogenen,doch auch Männer von solchem Berdienste stch fanden,Geschichte Wiens 4. Vd. 5 . Hell. 4