56 Der Hausvcrtrag wider N u d o l p h.
mit einhelligem Herzen und Mund bestellet. — Wiesie dann hiermit und Kraft dieses nicht allein für sichselbst, sondern auch anstatt und im Nahmen ihrer nochminderjährigen Vetter und Bruder, all ihre Gewaltund Vollmacht — Seiner Liebden hiermit auftrügen;also was S. L. hierin und in dieser hochwichtigen Sa-che bey der päpstlichen Heiligkeit und bey ih-ren, hochgeehrtesten Herrn Vetter, der königlichenWürde von Hispanien und ihrem Bruder undVetter, Erzherzog A l brecht von Österreich und an-dern Fürsten rathschlagen und handeln werde, sie sol-ches alles stat und fest halten wollen, dergestalt, dafi,wo S. L. in dieser Sache ihrer Hülfe und Rathesbedürfte und dieselbige begehren würde, sie in diesemallen sich willfährig erzeigen sollen und wollen. — Wiedann auch, so das heil. römische Reich obangezogener, Ursache halber von E r w a b l u n g eines römi-schen Kaisers berathschlagen ivürde, wollenSie S. L. hochgedachrcm ihre» Bruder und Vet-ter, als welchem die Natur den Vorzug nach ihrerÄ. M. dies, Orts gegeben, ihrem äußersten Vermögennach hierzu verhilflich seyn."
Auf diesen Wiener Hausvertrag folgtesehr bald der Wiener Friede. (2Z. Juny undi 5 . Aug. 1606) Mathias wurde mit beynahe unum-schränkter Macht, Gubernator Ungarns. Die augsbur-gischen und helvetischen Confestionsverwandten erhiel-ten freye Religionsübung, der kinderlose Botskay Sie-benburgen, nebst mehreren Gespannschaften Ungarns,starb aber wenige Monathe darauf, (28. Z>et. 1606.)—