Der Hausvertrag wider Rudolph. 5 ^
Mathias erhielt auch die Statthalterschaft Österreichs,dabey aber blieb es nicht. Mathias auf den Beystandder Stande Österreichs, Mährens und Ungarns stolz,die für ihn den 3 o., ja den 10. Mann aufbothen,»ahm in W i e n die Huldig u n g, zog nach Mahrenund vor Prag und nöthigte Rudolphen, ihm die Kro-ne llngarns und die Lande ob und unter derEnns gänzlich abzutreten. Die Österreicher und dieWiener waren für ihn so thätig gewesen, daß er ih-nen vergönnte, die feyerliche llrlunde mit zu unter-schreiben. — Am i4- July i6»U hielt er mit der hei-ligen Reichskrone Ungarns einen feyerlichen Einzugin Wien. Adel und Bürgerschaft wetteiferten mirelii-ander in Pracht und Jubel. Die Laubenherrn undKaufleute errichteten herrliche Triumphbogen und Eh-renpforten. Am 19. Nov. >6c>Ü krönte ihn der Car-dinal Dietrichstein, in Rudolphs Nahmen bey Preß-burg unter freyem Himmel, unter dem Zujauchzen ei-ner ungeheuern Menge, das wohl vielmehr der har-ten, ja erniedrigenden Eapitulation galt, die Mathiasunterschreiben mußte und die die eiste Rache der dunkelnVergeltung war, für die drohende Bahn, die er, derFürst, oen Neuerern selbst geöffnet, für die gefähr-liche Lehre, die er ihnen ertheilt. —Die Stände Oster-teichs weigerten die Huldigung bis zur Verwilligungunbedingter Religionsfreyheic und Gleichheit. Diestände Oberösterreichs stellten dieß Verhältniß eigcn-wächlig her und beyde betrieben zu Horn mächtigeRüstung-,,. Mathias sah sich genöthigt (19. März1609)die berühmte C a p i tu l a ti 0 n sr e so l u t ion.