Lhurn und Tschernembel. 6»
in Böhmen und Österreich nicht zwey dortige Land'-herrn, sondern zwey Fremdlinge, zwey Kr a i ne rWare»/ in Böhme» Graf Mathias Thurii/ in Öster-reich Erasmus Tschernembl/ Herr auf Schwert-berg und Windeck/ durch E. H. Ferdinands Gegen-reformation vertriebe»/ ein Mann von ausgebreitetenKenntnissen/ von hinreißender Beredsamkeit/ in deut-scher sowohl als i» lateinischer Sprache und von be-geisternder Kraft in Wort und That, aber ein Tod-feind des regierenden Hauses/ republikanisch wie derstarrköpfigste Puritaner, jedoch in seinen Sitten wie-der ein schneidender Gegensatz derselben durch seineLiebe zur Pracht und zu allen Genüssen des Lebens.Er sprach es öffentlich aus r „bie böhmische Heerfahrthabe gezeigt, daß die Katholischen wegen ihrer gerin-gen Anzahl und Ohnmacht in gar keinen Betrachtkamen und wo die meiste Starke im Land liege (nähmlichauf der Seite der Protestanten!) Sie suchten billig zuihrer Defension/ Bündnißen, Unionen und Correspon-denzcn, nicht allein bey den Benachbarten, sondern inder ganzen Welt, wie sie dann schon an vielen Orten ihreAbgesandten hätten !—Den Ständen komme das Rechtä», einen Landesfürsten vom römischen Reich zu begeh-ren, denselben, so er übel regiert, ohne Maßgebungdes Reichs abzusetzen und einem andern die Regierungaufzutragen, sürzuschreibe», wie und was gestalt einantretender Herr regieren soll und ihm die Räthe und-wiener zuzuordnen, durch die er regieren soll, dieErzherzoge zur Anhörung und Entscheidung ihrer Prä-tenstoncn und Streitigkeiten vorzufordern, endlich daß