6o Mathias Herr in O st e r r e i ch u. U n g a r n -
Stephansfreythvfes, gegen den Stock im Eisen be-gleitet wurde, wo er zu Pferde stieg und wieder derMagistrat bis in die Burg, den Himmel trug undden Kaiser umgab. Im gleichen Jahre führte Mathiasauf Carl Liechtensteins Anrathen, die barmherzi-gen Bruder zu Wien ein und kaufte ihnen imuntern Werd, der Juden-(jetzigen Leopoldstadt) einengroßen Gartengrund, auf welchem Kloster, Kircheund Hospital erstand.
Bald nach seiner Krönung sah sich Mathias inder Nothwendigkeit, wider die Türken zu rüsten, dienach dem Verluste der Walachey, der Moldau undSiebenbürgens ganz Ungarn in ihrer Hand hatten.—Der Bund mit Pohlen gewahrte nur eine sehr unvoll-ständige Sicherheit. Als Mathias bey den StandenTürkenhülfe suchte, drangen sie auf Zusammenbern-fung allerLander und als der Kaisergegen den RathErzherzogs Ferdinand diesen allgemeinen Tag wirklichausschrieb, brachten die Protestanten, bey weitem dieMehrzahl, bloß eine Fluth von vermeintlichen Be-schwerden und neue» Forderungen zu Markte, entschul-digten sich, wegen der Türkenhülfe keine hinlänglicheVollmacht zu haben und gaben den weisen Rath, denErbfeind der Christenheit ja nicht zu reitzen und liebereinen günstigeren Augenblick abzuwarten, als eine» nochschlimmeren Stand der Sachen herbeyzuführen! —Der Kaiser wendete nun die Gefahr durch einen Waf-fenstillstand mit der Pforte.
Es ist bemerkenswerth, daß die eigentlichenBrandfackeln der Zwietracht und des Bürgerkrieges