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Vierter Band.
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70 Cardinal Clesel, Staatsgefangener.

Im II. Jahrgange , in der Folgereihe der BischöfeWiens werden wir dieses seltnen und seltsamen Man-nes umständlicher gedenken. König Ferdinand undErzherzog Max und der spanische Bokhschaster GrafOgnale vereinigten sich/ den Cardinal durch einen Ge-waltstreich vom Kaiser zu entfernen. Beyde Fürstenmachten dem übermüthigen Mann, der als Cardinaldurchaus alle Ehren eines gekrönten Hauptes ansprach,nun ihren Besuch, um ihn zum Gegenbesuche zu ver-pflichten. Der Cardinal kam auch wirklich am 2 o. Julyj6iÖ in» 2 Uhr Nachmittags zur Gegenvisitte in dieBurg, wo er mit seiner Dienerschaft, zu den ZimmernFerdinands hinaufging. Der Kammerherr von Steinkain ihm auf der Treppe entgegen und entschuldigteden König mit einer leichte» Unpäßlichkeit, daß er ihmnicht entgegen gehe. — Ferdinand aber, Maximilianund der spanische Bochschaster hatten sich in einemNebenkabinet eingesperrt. — Wie der Cardinal insApartement kam, trat ihm der Kämmerer Seysriedvon Brenner entgegen und sprach, statt ihn zu mel-den: „das ganze HauS Österreich habe, im Einklangmit Sr. päpstlichen Heiligkeit und dem katholischenKonig beschlossen, ihn wegen Übeln Hofregimentsundwegen seiner, (in der ihm eingehändigten Schrift ver-zeichneten) Unthaten nicht länger mehr in Wien zuge-dulden, weßwegen er den Cardinalshut und Mantelab- und den schon bereitete» schwarzen anzulegen undohneweiters den gegenwärtigen Obersten Grafen Dam-picrre und Collalto zu folgen habe." — Nach einemheftigen Wortwechsel ergab sich Klesel in sein Schick-