Die Jesuiten. n5
inüther zu schweren Thaten erhitzt und wenn auchPombals blutiges Gaukelspiel unzweifelhaft unter dieBrandmahle seines aufgeklarten Jahrhunderts gehört,so wollten ihre Feinde doch ihre Schule nimmermehrfreysprechen von allem Einfluß auf die Dolche, diewilde Fanatiker auf Heinrich III. und IV., auf Eli-sabeth, auf Jakob gezückt? Sie hatten öffentlicheund geheime Mitglieder. Alle waren nur Jesuiten,nicht mehr Österreicher, Franzosen oder Spanier.Vorliebe für Nationalität oder Dynastie hat-ten sie sich nichf vorzuwerfen. Ob Ferdinand, odersein edler Freund, der bayerische Max, ob Ludwig,ob Leopold, oder ein Fürst von Savoycn in Wienherrsche? wäre den Jesuiten wahrscheinlich gleichgül-tig gewesen, war es nur ein ächt katholischer, lenk-samer Fürst, ein Gegner der Protestanten, ein Hortwider den Erbfeind der Christenheit. — Auch jetzthatte sich Ludwig ihrer bedient um seinen Rache-krieg wider Holland zu verhüllen und Leopolde» glau-ben zu machen, sein Ziel sey nur, den aus Frankreichvertriebenen Protestanten auch ihre auswärtigen Zu-fluchtsörter, Holland, England und Schweden zuentreißen. — Was sich aus jenem Wiederschein desmedizäischen Zeitalters unter Max I., was sich vonFerdinands väterlichen Anstalten durch die feuerfla-ckernde Wüst« der Religions- und Bürgerkriege her-übergerettet hat, ist Wien unstreirig den Jesui-ten schuldig. — Es sind denkwürdige Worte, dieJohannes Müller, (ein bis aus Ende seinesLebens orthodoxer Reformirter,) bald nach ihrer Auf-
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