i4ö Die große P efk
Lschausch ergriff, trotz seines Fatalism, dos Ent,'setzen und ersieh über Hals und Kopf. Man hielt täg-lich Andachten, man läutete täglich alle Glocken. Un-ter Trommelschlag wurde reicher Loh» Alle» gebothen,die sich zu Krankenwärtern und Todtengräbcrn woll-ten gebrauchen lassen. Allein es fand sich Niemand.Die Stadtguardia mußte hierzu das dienst - und herrn-lose Gesinde! aus allen Winkeln zusammensangen, dieArzte mit Gewalt, mehrere Wundärzte gefesselt indie Spitäler fuhren, ja zuletzt die auf den Tod sitzen-den Verbrecher zu diesem Dienst loslassen. Die Vor-städte,^ die Stadt, die Gassen und Plätze, Gärtenund Weingärten wimmelten von Kranken und-Ster-benden. Auf ihrem Giebel todtete die Seuche binnen24 Stunden. Zum Kochen, zum Warten, map Nie-mand mehr vorhanden. „Der ist todt, verstirbt, derwird sterben," war der einzige Laut. Man war zuletztgenöthigt, Todtengräber zu pressen, wie in EnglandMatrosen und jedem wöchentlich ,2 Gulden zu geben.Häufig wurden Sterbende und Todte unter einanderauf dem nähmlichen, Wagen und in die hierzu in denLazarethen, in den Grüften und auf freyem Feldegeöffneten Gruben geworfen. — Die Anekdote istschauderhaft, daß die Siechkncchte mit ihrem Pestwa-gen zum Burgthor hinaus gegen Sc. Ulrich fahrend,den Augustin, einen sehr beliebten Sackpfeifcr undBänkelsänger, in seiner gewöhnlichen Trunkenheit,ganz starr auf dem Wege gefunden, auf ihr Fuhrwerkund mit in die Pestgrube geworfen. Weil diese abernicht eher mit Erde verschüttet wurde, bis eine Rei-