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Vierter Band.
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Der Großwessir Kara Mustapha. i55

Dazu both ihm willige Hand der unglückliche Ehrgeitzdes neuen Großweffirs, Kara Mustapha, einesCaramaniers von niedriger Herkunft und von allenEigenheiten, die ihr als Erbsünde ankleben, von em-pörender Hoffarth, unersättlicher Habsucht, von derFalschheit, die wohl auch viel Klügere trügt undvon der Arglist, die lauert und fangt. Sein Reich-thum hatte ihn mit dem Heldenhaus der Kiuprili'Sverschwägert und rasch nach einander, von einer unter-geordneten Hauptmannschaft im Heere, zu den Pa-schaliks von Silistria und Damaskus, zum Kaimakan,zum Kapudanpascha, zum Großwessir erhoben. —Ein mittelmäßiger Verstand, ein beschränkter Kreisvon Kenntnissen und unverdientes Glück hatten ihnmit ungemeffener Zuversicht zu sich selbst und mitphantastischem Unternehmungsgeist erfüllt. Auch e rdachte in den Tagen des Versalls, was auf demGiebel des Glücks und der Große, Mohamed,Selim, Sulcyman gedacht, von Constankinopel,dem neuen Rom aus, über das alte und über daschristliche Abendland zu herrschen. Dieser neuen Herr-schaft Vormauer sollte 'ein Paschalik seyn, reicherund unabhängiger als Bagdad oder Ägypten, odervielmehr ein tributäres Königreich wie Ungarn. Dießhatte Kara Mustapha für sich selbst ausersehen undWien zu seiner künftigen Hauptstadt erkohren. DieEroberung schien ihm leicht. — Das unter sich selbst >uneinige Deutschland war durch die schwedischenund französischen Kriege erschöpft und von Lud-wig XIV. der Pforte und der ungarischen Mißver-