Die Noth. iöi
Zittern der Erde und Staub und Rauch und Knalliu die Luft flog und viele hundert Türken mit sich rißund zerschmetterte/ umarmte Skarhemberg die klugenWcrkleute alS Bruder und theilte unter sie mit könig-licher Freygebigkeit, Ehrenzeichen und Geld. Im brü-derlichen Bunde mit Kollonits, dem hcldenmüthigenund menschenfreundlichen Bischof, war Starhembergeben so oft in den Spitälern, im Bäckerladen wie imÄeughause. So wie früher mit der schwere» Kopf-wunde, so später von der epidemischen Ruhr ergriffen,hielt Rüdiger (ja wohl ein Rüdiger) obgleich to-desmatt von Schmerzen gepeinigt, nichts destoweni-flev seine täglich Runde, bestieg auch wohl seinen Späh-Posten auf dem Stephansthurm. Seine lausendäugigeWachsamkeit, seine ungebeugte Sicherheit, des Bi-schofs heitere Milde hielten im allgemeinen Jammerund Noth die Gemüther aufrecht. Welchem Geist erhervorgebracht, verbürgt ein Zug für alle. In der wil-deste» Hitze des Sturms trank ein Student, obenflll f dem Parapet hin und her tanzend und aus allen-^eäfteii dazu jauchzend, auf das Verderben der ebenZulaufenden Türken. Augenblicks schwirrte ein langer,Vcv ß*ftctci‘ Pfeil heran , blieb aber an der Flasche ste-cke», worauf der Student seinen Trunk wiederhohlteund den guten Willen der Feinde hohnlachend mitcuicr sehr unhöflichen Verbeugung erwiederte. —
>,S tren g" im altritterlichen Sinne des Wor-tes war Starhembergs Wehre nach Außen wider dieTürken: streng war auch seine Kriegsdisciplin undDedonanz im Innern. Ein Hauptmann, der nur ei»