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D i e N o t h.
neu Augenblick gezögert vorzudringen , kam in Ket-ten vor ein Standrecht/daß er seine militärischen Grün-de angebe oder durch dessen Spruch die Kugeln em-pfange , die er zu sehr gescheut. Einem Lieutenant,der die Türken sich über Nacht vor der Löbelbastey ru-hig halte eingraben lassen , ließ Starhemberg nurdie Wahl zwischen dem Galgen oder mit nicht mehr als24 Mann hiuauszubrechen und diese Arbeiten wiederzuzerstoren. Murrende Soldaten mußten aufder Stel-le um ihr Leben spielen. Zwey Knaben, die sich vonden Türken als Kundschafter harten brauchen lassen,schützte ihr Alter von zehn bis fünfzehn Jahren nichtvor dem Henkersschwert. — Die Glocken alle schwie-gen, nur die von St. Stephan allein sollte mit ihremfeyerlich dumpfe» Ernst, Sturm und Feuer anzeigenund auf dieses Unheilszeicheu hin , Alles, was die Waf-fen zu tragen vermochte, auf die Sammelplätze stür-zen, auf den neuen Markt, auf den Hof, auf dieFrcyuug, die Weiber aber den Brunnen zueilen.
Der Weffir war auf seine Weise und nach seinerAbsicht nicht minder thätig. Bald bestieg er den Thurmvon St. Ulrich, oft kam er in die, durch Erdaufwurfund Gemäuer vor dem Geschütz der Festung gesicherteStelle im Lager, oft ließ er sich in seiner ganz ge-schlossenen, mit eisernen Platten wohlverwahrten Senf-te in die Approchen tragen, lohnte die Tapfern, ließaber die Feigen und Widerspänstigen schonungslos unterseinem Säbel fallen, zumahl als ein Abgesandter desGroßherrn,achselzuckcnd über das langsame Fortschrei-ten der Belagerung, ihn mißvergnügt verlassen hatte.