Der C z a a r z u Wien. 229
sellschaft mit lederner Stirne gegen des ErmordetenSchwester, dost der Grafsich von ihm so unvorsichtigin den tiefen Wald entfernt habe, der von jeher un-sicher gewesen sey! — Schon des andern Tags scharr-ten Hunde, die nur leicht und schlecht bedeckte Leichezu Tage und die empörende That mit ihrem Thäterwar eben so wenig zu. beweisen als zu bezweifeln.Das Volk machte Miene des Bothschafrers Wohnungzu stürmen und ihn zu zerreisten. Er erklärte des Vol-kes Stimme für abgeschmackt und unter seiner Wür-be , darauf zu antworten. Sein Haus war zu seinerSicherheit bewacht; aber bald verließ er selbst Wien,zog heim und gab dort eine Rechtfertigungsschrift her-aus, deren einziger Beweis im Läugnen bestand. Vonaller Welt gemieden, von den Furien gepeitscht,rrrte er lange Jahre von Land zu Land umher. Seinungeheures Vermögen schwand unter seinen Händen.Zuletzt fristete er das Leben in Venedig durch denHandel mit Münzen und alterthümlichen Kunstsachen,worin er große Kenntnisse besaß. Er ging zuletzt wieein Bettler in durchlöchertem Hut und Mantel ohnekknterkleider umher und verschwand plötzlich. Mansagte sich, ein Freund des Ermordeten, der ihm lau-ste nachgerrachtet, habe ihn zur Nachtzeit in den gro-ßen Canal gestürzt.
Im Sommer 1696 sah Wien einen der größtenMänner aller Zeiten, jenen erhabenen Barbaren,P e t e r A l e x i 0 w i e z , C z a a r von Rußland,