Band 
Vierter Band.
Seite
270
JPEG-Download
 

ö7° Die letzte P est.

gem Einfluß, so auch der mehrmahls eingehohlte RathBoerhaves auf unser Medizinalwesen. — Gewalt-am rüttelte dieses aus seinem Schlummer, die 1718ausgebrochene, zwar nicht jener von 1679 zu verglci-schende, aber doch immer furchtbare Pest. Eine vonTotis gekommene, schwangere Schwäbin» brachte dasUnheil in die Roßau und in das Bürgerspital. DirSchulen wurden gesperrt, die Predigten auf öffentli-chen Plätzen, bey den Säulen am Hof, am Graben,am hohen Markt gehalten, die unbefugten Juden ab-geschafft, jene, die Hoffreyheit hatten, zur größtenReinlichkeit angehalten, alles Zusammendrängen inWirthshäusern, Brod - und Fleischbänken untersagt,die Arzneyen in den sämmtlich versperrten Apotheken,zum Fenster hinausgegeben, vor den Thoren und beyden Linien, Schnellgalgeü für die Übertreter errichtet.Alle Arme, die sich nicht selbst ernähren konnten, muß-ten in die, mit allem Nöthigen versehene DonauinselSpitelau. Die gegenüberliegende Klosterneuburgerauewurde zur Conrumaz und neben dem großen Lazarethin der Währmgergaffe das Leopoldstädter Zuchthausund das Münzwardein - Gebäude an der Wien zu Kran-kenhäusern bestimmt. In Jahresfrist, vom Jänneriqi '5 bis 1714 wurden 8644 Menschen eine Beutedes llbels. — Der standhaft ausharrende Kaiser thatam 2-a.Oct. in feyerlicher Procession von St. Michaelnach Sr. Stephan daS Gelübde zur Erbauung derC ar l s ki rch e. Am i 3 . März war das Dankfest undzugleich ein Denkmahl des dürftigen Witzes jener Zeit,war die Denkmünze: „Wien ohne W."— „Die