Die pragmatische Sanction. 278
Hausprivilegien, auch auf die weibliche Nachkommen-schaft ausdehnte. Am 6. Dec. 1724 wurde dieß Ge-setz öffentlich kund gemacht, von allen Standen feyer-lich angenommen, auch von den Ungarn, die auf ihr,beym Erlöschen des Mannsstammes wieder eintreten-des Wahlrecht feyerlich verzichteten. — Daher füllteWien,Trunkenheit des Jubels, als Elisabeth vonBraun-schweig, die Kaiserinn Königinn am > 3 . April 17,6einen Prinzen, Leopold gebar. Bis tief in denSommer hinein währten die Freudenfeste. Aber derPrinz verblich schon wieder am 4 - November an desKaisers Nahmenstage. Am » 3 . May »717 wurde diegroße Theresia geboren und vom Wiener Bi-schöfe Kollonits getauft. — Von Josephs Prinzessin-nen vermählte sich die ältere Josepha 20. Aug. 1719mit dem, zur katholischen Kirche über getretenen Kur-prinzen Sachsens, Friedrich A u g u st, die jün-gere Amalie 17. Oet. 1722 an Carl Albrecht,Sohn des Kurfürsten Mar Emanuel von Bayern.Beyde in der Favorite vollzogenen Vermählungen unddie Feste der Anwerbungs-Bothschafter, der GrafenFlemming und Törring sind noch lange das Gespräch checWiener geblieben. Nicht geringere Augenweide ver-schaffte ihnen der ruhmvolle Friede mir der Pforte.Der dahin ernannte F. Z. Graf Virmond hielt seinenEinzug in die Burg in aller der Ordnung und Pracht,wie er in Constantinopel vor sich gehen würde, fuhrmit nicht minderem Gepränge von der Schlagbrückeab (26. April und 17. May 1719) und hielt wie-der einen herrlichen Einzug bey seiner RückkunftGeschichte Wieni 4. Bd. 3. Heft- lö