274 Die pragmatische Sanction.
( 23 . July 1720). Unbeschreiblich war der Zulauf, als(14. Aug. >719) der türkische Borhschafcer Ibrahim,vom Fürsten Schwgrzenberg und Marschall Dann aufder Simmeringer Heide empfangen, mit einem Gefol-ge von beynahe 800 Personen aus- allen, der Pfortegehorchenden Völkerschaften, mit unzähligen Kameh-len, Rossen und Maulthieren unter ansehnlicher Es-korte von Fußvolk und Reuterey, die Favorite vorbey,durch das Kärnthnerthor über den Augustinerplatz,Kohlmarkt, Graben und St. Stephan, zum rothenThurm hinaus in die Leopoldstadt, zum goldenen Lam-me zog. Das Militär machte vor den Thoren Spalier.In der Stadt behauptete die Bürgerschaft ihr altesRecht und stellte sich in den verschiedenen Gassen undPlatzen in 8 prächtig bewehrten und montirten Com-pagnien auf, Rathsbürger, Niederleger und Hofbe-freyte. Alle Trommeln und Trompeten und viele Mu-sikchore erschalten und des Bothschafters Gefolge ant-wortete mit verschiedenen Gattungen morgenländi-scher Tonkunst.
Bey-.der entschiedendsten Friedensliebe war CarlsVI. Regierung dennoch ein fortwährender Krieg. Rast-los und großmüthig hat Carl auf die innere Wohl-fahrt hingewirkt, die die wahren Quellen des Natio-nalreichthums eröffnete. Aber hinsichtlich der äußernVerhältnisse, beging auch er einen, in seinem Hau-se nicht seltenen Fehler, nähmlich der Heiligkeit der,mit großen Opfern errungenen, von den andern Mach-ten feyerlich beschwornen Tractate» zu vertrau-en, währmd Eugen, heftiger als sein in Allem