Die pragmatische Sanction. 2^5
großer Geist sonst pflegte, es aussprach; „Eingefüll-ter Schatz und ein zahlreiches, im Krieg erzoge-nes, dnrchKriegszucht starkes Heer wären die ein-zigen sichern Garanten der praglnatischen Sancti-on!" — Aus jener Eidgenossenschaft der Seemächte,Oberreichs und des Reichs für die, durch Ludwig be-drohte europäische Freyheit war ein höchst gefährlichesSchachspiel unaufhörlich und willkührlich w e ch-selnder Bündnisse geworden (Triple - Qua.(Imples Wiener -Herrnhauser- Allianz rc.) — DieIdee des Gleichgewichts entartete überaus schnell.Nicht daS Recht, das ewige und einzig feste warseine Grundlage, sondern eine hbchst gefährliche Bil-ligkeit, wenn man das Streben so nennen darf:die Ausgleichung der widerstreitendenInteressen, in einer gemäßigten Befrie-digung Aller zu finden, und Vergrößerung deSEinen (fiel sie ihm auch in Wegen des Friedens undRechtes zu) nicht ohne verhältnißmäßige Vergrößerungder Andern zuzugeben. Dabey mied man zwar sorgfältigjede drohende Übermacht; aber die Aufopfe-rung der Schwächer» war am Ende unausweich-lich und die Gewichte wurden so oft hin und her gelegt,daß ein schnell hereinbrechendes, unvorhergesehenesEreigniß, eine unerwartet überreiche Beute, ein dasgewöhnliche Maß überragender Fürst oder Feldherr, dieWagschale allzuleicht völlig umschlagen konnte!
Des Cardinals Alberoni Ehrgeitz und die Mut-terliebe der spanischen Königinn trachtete nach derWiedervereinigung Maylands und beyder Sicilien,
iö *