Band 
Fünfter Band.
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Der Wehrstand Wiens.

kamen bey diesem Rettungsgeschäfte um und an Wei-nen in den Kellern geschah ungeheurer Schaden. DieDonau zeigte ihren Grimm in der Roßau, Leopold-stadt und unter den Weißgärbern und trat imLaufe dieses Jahrs noch mehrmahls über ihre Ufer.Gegen Ende August standen die Bayern und Fran-zosen unter Segur bereits in St. Polte»/ schlepp-ten den grofien Abt Bessel von Gottweih alsGeißel fort und schickten einen Parlamentär nachWie»/ selbes zu friedlicher Ergebung aufzusodern,der aber ohne alle Antwort schnöde und sportlich ab-gefertigt ward.

256 Jahre seit sich diese Stadt für Mathias Huu-nyady Corvin geöffnet/ 117 seit der Osmanen Machtunter dem großen Sulcyman, hier ihre Gränze ge-funden, 58 Jahre, seit K ara M ust a pha vor die-se» Wallen erschienen, 38 nachdem Carl AlbrechtsVater, M a x E m a n u e l und R a k 0 c z y gedroht,stand Wien eine französisch-bayerische Bela-gerung bevor. Eine außerordentliche Commission vonder n. ö. Regierung, vom innern und äußern Ratheder Stadt, sorgte für den Wehrstand und für dieApprovisivnirung, die wohl auf mehrere Jahre hättehinreichen können. Die Werbungen fanden ungeheuernZulauf. Die Studenten waren wieder die ersten, wiein der Türkengefahr und in jener Ferdinands durchThurn und Gabriel Bethlen. Die Bürgerschaft er-griff über den ungerechten und unchristlichen Angriffauf die Enkelin» ihrer Kaiser, eine noch glühendereBegeisterung als wider den Erbfeind der Christenheit.