Band 
Fünfter Band.
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Khevenhüller. 7

Selbst Greise schulterten die Wehre und eilten auf dieWalle. Die ersten Magistrats- und reiche Bürgers-frauen legten Hand an bey den Festungsarbeiten, in-sonderheit beym Abbrechen der hohen Häuser zwischendem neuen Thor und rothen Thurm und der Nepo-mukskapelle am Schanzet. Jäger und Heiduken bil-deten ein eigenes Corps, die Schüler der Akademieder Künste eine eigene Compagnie, desgleichen dieHofbefreyten. Alles schämte sich irgend einer Erem-tio» in der Stunde der Gefahr. Jedes Freyhausstellte mehr Mannschaft als es ohne Freyheit schuldiggewesen wäre. Die Stadt machte ihr Leib - und Stadt-garteregiment zu einem Linienregiment. Wegen derübergroßen Verrathe wurde eine neue Feuerordnungvertu,wer. Einzelne bayerische und französischeDragoner zeigten sich schon auf dem R i e d e r b e r g e.Drum wurde der Katharinenmarkt abgesagt, Dörferund Flecken rundum geleert, die Donau gesperrt undnur für einen einzigen kleinen Nachen Raum gelassen.

Zum Haupte dieser Vertheidigung, zum Nach-folger des Ruhmes, den einst der alte NiklasSalm und Rüdiger Starhemberg errungen,ernannte Theresia den Grafen Ludwig Andreas Khe-venhüller, Eugens Adjutanten, nun Vicepräsiadenken des Hofkriegsrachs und F. Z. M. geboren zuLinz, in eben den Tagen, in welchen Rüdiger Scar-hemberg, Wien wider KaraMustapha hielt. Trotzder treulosen Maßregeln der Kabinete, bewegte dieSache der erhabenen, unglücklichen Frau, Alles inEuropa, was einer edlen Begeisterung für Wahrheit