Der Aachner Frieden. i 5 >
geschah beym Stubenthor, durch die drey prächtigenTriumphpforten, in der Wollzeil, am Stock im Eisenund am Ende des Kohlmarkts gegen den Michaeler-platz. Drey Tage nach einander war die Stadt herr-lich erleuchtet und ließ der Rath nächst der Hirschen«apotheke am Grabe», Brod und Braten auswerfenund rothen und weißen Wein rinnen.
Wie des alten Dessau Sieg bey Kesselsdorf überdie Sachsen (nun ihre Alliirten,) Theresien bewogenhatte, den zweyten schlestschen Krieg durch den Dres-dner Frieden (25.Dec. 1748) zu endigen, der le-diglich den Breslauer bestätigte, so dachte Ludwig XV.durch einen Angriff auf Holland von dem überall sieg-reichen Großbrittannien, Frieden zu erzwingen, den end-lich Kaunitz (3o, April 1748) zu Aacheu schloß.Manche Schlacht hatten zwar die Feinde gew 0 n-ne n, den Krieg aber, dessen Zweck die Zerstücklungund Bertheilung der Verlassenschaft Carls VI. war,hatten sie v e r l 0 r e n. Die pragmatische Sanction wur-de neuerdings garantirt. Schlesien hatte Theresia anPreußen, Parma und Piacenza an Don Philipp ab-getreten. Durch einige maylandische Bezirke hatte sieden Beystand des Turiner Hofes erkauft. Dennochwurde Österreich nach jenen Verlusten stärker und mäch-tiger als je und durch vierzig Jahre unter TheresiasHerrschaft jeder Tag ein Zuwachs des äußern Anse-hens, wie des innern Segens.
So große Drangsale trübten die schönste Zeitder erhabenen Frau vom 23. bis ins 26. Jahr. Injedem dieser Jahre ward ihr ein holdes Kind. Mit