Band 
Fünfter Band.
Seite
42
JPEG-Download
 

42

Bayer scher E r b fo l g e k r i e g.

stehendeHauptstadt, nothwendig auch der Herd der li-stigsten und der verwickelrsten Verbrechen ist. — Ge-gen die Folter und gegen die, so sehr vervielfälkig-ten Todesstrafen, Hütte Sonnensels beson-ders starke und beharrliche Angriffe gerichtet, doch gegendie erstere, schon geraume Zeit vor ihm, der tyroüscheKanzler, Freyherr von H o rma y r.— Theresia griffgegen alle Anstände durch und vom i. Jänner 177Üan wurde die p e i n l i ch e Frage gänzlich abgeschafftund die Todesstrafe auf die schwersten Verbre-chen beschrankt.

Der österreichische E r b so l g e kri e g er-öffnete Theresiens glorwürdige und wohlthätige Lauf-bahn. Der bayerische Erbsolgekrieg beschloßsie. Noch ein Mahl rückten Theresiens Heere widerFriedrich ins Feld. — Wie nähmlich ( 3 i. Dec. 1777)mir Max Joseph, Carls VII. Sohn, der bayerischeZweig des Hauses Wittelsbach erloschen war undCarl Theodor von der Pfalz nachfolgen sollte,erwachten Österreichs Rechte auf Niederbayern, jeneBöhmens aus seine Pfandschaften, Thron - und Pri-vaclehen in der Oberpfalz und der im Rastadler Frie-den vorbehaltene Austausch Bayerns gegen diereichen und blühenden Niederlande. Schon be-stand hierüber mit Carl Theodor ein Vertrag, alsFriedrich den Herzog von Zweybrücken gewann,gegen Alles am Reichstage protestirte und im July1778 in Bohmen brach. — Joseph stand mit Lascyund mit dem schönsten Heer in Europa wider Frie-