y2 DerWiener Jubel wegen Belgrad.
bey der Hauptarmee erschien und ganz andere Maß-regeln ergriff. Er krönte den zweyten Feldzug durchdie Eroberung Belgrads, auf welches der Erz-herzog Franz, der bey Hohenzollern (einst denDampierre'schen Cuiraffiren und Ferdinands II. Ret-tern) den Dienst gelernt und die Liebe des ganzenHeeres gewann, die erste Kanone abfeuerte. Am »2.Oct. ritt Loudons Neffe der F. M. L. Baron Kle-beck mit dieser Kunde in Wien ein. — Die allge-meine Freude war noch stürmischer, weil der Kaiser,der mit seinem Freunde Lascy Ende Oct. 1786 schwerkrank nach Wien zurückgekommen war und »immervermocht hatte, auch im zweyten, wie im ersten Feld-zuge , seinem Heer ein Beyspiel altrömischer Kriegs-zuchk zu seyn, in so weit hergestellt war, daß er am14. mir dem gesammlen Hofstaat dem überaus glän-zenden Te Deum bey St. Stephan beywohnen konn-te. — Der Leibarzt von Pasqualati schrieb auf seinneues Haus: „Da Belgrad wieder österreichisch undJoseph wieder hergestellt war, ward dieß Haus vol-lendet. So lange davon ein Stein auf dem andern,bleibe Belgrad österreichisch und unser Kaisergesund !"Leider erfolgte nur zu bald das Gegentheil beyderWünsche. — Aber in langen Jahren versenkte keineNachricht Wien in solche Trunkenheit der Freude, wiedie von Belgrads Fall. Freywillig, unverabredet, plötz-lich war die ganze Stadt aufs reichste beleuchtet undviele Häuser herrlich verziert, der Türke am Heiden-schuß allein, in Flöre tiefer Trauer gehüllt. Um g Uhrzogen die Schüler der juridischen und medizinischen