Band 
Fünfter Band.
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98 Leopold II.

)l l e x a n d e r Leopold und Ioseph, am 2o. May,die jungem Bruder A n t o n, Johann, Raine r,Ludwig und den zweyjahrigen R u d o l p h. — Am 6.April, Osterdienstags geschah die H u l d i g u n g, nachaltem Herkommen. Die Bürgerschaft machte Spa-lier von der Burg bis nach St. Stephan, wohin dieLandstande, die Erbämter, der gesammte innere undäußere Hofstaat den Konig zum Heiligengeistamt be-gleiteten, worauf in der Burg die Eidesablegung er-folgte und darauf das Te Deum in der Hofkirche. Aufdie königliche Tafel folgte jene der Erbämter und derStande und wie die Stande sich zur Tafel bega-ben, ließ der Magistrat am Graben, bis in die Dun-kelheit, rothen und weißen Wein rinnen, Brot, Bra-ten und Backwerk unter das Volk auswerfen. Am Hul-digungstage wurde zugleich die josephinische Steuer-regulierung aufgehoben, im August darauf das Ge-neralseminar. — Am 27. July 1790 wurde zu Rei-chenbach mit Preußen, Waffenruhe mit den Türkengeschloffen. F. M. Bender trieb noch in demselbenJahre mit leichter Mühe die Niederländer zu paaren,trotz der unaufrichtigen Dazwischenkunft Preußens undHollands. Dieselbe glückliche Mischung von Stand-hafcigkeit und Nachgiebigkeit entwirrte die Angelegen-heiten Ungarns auf eine unerwartet glückliche Weise.Am ,9. Sepc. Sonntag Abends schlang sich das dreyfa-che Vermahlungsband um die Hofe von Wien und Nea-pel. Bey den Augustinern traute der Cardinalerzbi-schof Migazzi den Erzherzog und T h r 0 11 f 0 l-g e r F r a nz mit Theresia, Tochter Ferdinands IV.