Revolutionärer Geist. 109
Zu Ende des März ging der Kaiser zu seinemHeer in die Niederlande. Nach vielen herrlichen Sie-gen, war ihr Verlust doch zuletzt nicht aufzuhalten,Holland und das linke Rheinufer dadurch preisgege-ben, die Separatfrieden Preußens und der ihm Ver-bündeten herbepgeführt, damit die Spaltung Deutsch-lands in zwey sich fremde, ja feindselige Hälftenund in wenigen Jahren die gänzliche Auflösung die-ses tausendjährigen Körpers entschieden. — Im Junydieses Jahrs starb der 64 jährige Staacskanzler FürstKaunitz. — Schon seit geraumer Zeit hatte derFreyherr von Thugut aus den Händen des Vice-kanzlers Grafen Philipp Cobenzl und Staatsreferen-dars Baron Spielmann, zuerst als Generaldirectordann als Minister, die Leitung der auswärtigen An-gelegenheiten übernommen. — Im gleichen Jahrewurde die Schulanstalt der beyden evangelischen Ge-meinden und die Vorlesungen über die italienischeSprache und Literatur an der Hochschule eröffnet.
Vorbereitet durch die hier und davon den Regie-rungen selbst, gegen die Hierarchie und gegen die Überre-ste der Feudalaristokratie in Umlaufgesetzten, sogenann-ten liberalen Ideen, erhitzt von den schweren Träumender 38?emblee conztitunnte, überrascht von den un-geheuern Erfolgen der französischen Waffen, war diehalbe Welt in Gährung und einzelne Irrlichter undZuckungen blieben in keinem Staare aus, republika-nischer oder monarchischer Form, weltlicher oder geist-licher Herrschaft. — Einen unbestreitbaren Vorzughatte doch im ganzen Verlaufe dieser unruhvollcn