Band 
Fünfter Band.
Seite
110
JPEG-Download
 

HO

Der Wiener Canas.

Zeit Österreich vor den meisten andern Landern voraufdaß derley Plane in keinem Augenblick nur die geringstePopularität oder eine beunruhigende Ausbreitung ge-winnen konnten , daß sie eben so sehr dem gesammteuVolk, als dem edelsten Theile desselben fremd gebliebenund bey der ersten äußeren Berührung, gleich Kartenhäu-sern, in ihr eigenes Nichts zusammengesunken sind, dasverächtliche Werk einzelner Menschen von meist sehr mit-telmäßigen Gaben, unbedeutenden Verbindungen undlächerlich geringen Hülfsmitteln. Rachsucht wegen ver-meinter Zurücksetzung oder wegen eines für ihr weitüberschätztes Talent anmaßlich zu geringen Glückes, ( 5 m--porkommlingswuth, unverdaute, nordamerikanischeFreyheiks- und Gleichheits - Phan.ome ui d andereniedrige Triebfedern verdorbener Gemüther mischtensich darein, so beyden im Spatjahr 1794 zu Wieneingezogenen Verschwörern, so in Ungarn unter denGenossen des Abtes Martinovics. Das Wiener Volksah diese wunderlichen Zuckungen, da sie ihm gar zuferne lagen, beynahe mit ungläubigem Befremde» unddann mit lebhaft ausgesprochenem Abscheu.

Im Jahre 1796 machten Gras Anton A p p v n y,der Großhändler Bernard von Tschosen und der Hof-agent Reiter den Plan, von Wien bis Schottwieneinen Canal zu führen, um zur Ersparung des täg-lich theuerern Brennholzes die großen Steinkohlenla-ger um Odenburg und Neustadt zu benützen. Sehrbald übernahm ihn das Arar und leitete ihn durcheilteeigene Hoscommission. — Die weiter» Vortheile die-ses Wassertransportes erzeugten die Idee, diesen Ca-