Innere Verwaltung G e se tzg c bu n g. i35
miethen. Dagegen ward gebothen, gemiethete Quar-tiere muffe man selbst bewohnen und dürfe nicht mehrals ein Driitheil davon in Altermiethe verlaffen. DieÄrarialhäuser, die den öffentlichen Anstalten, denAbreyen der Sradt Wien zugehörigen Gebäude tha-ten sich zum billigsten Zins den Staatsbeamte!! auf,die der Wucher vorzugsweise von allen Seiten be-drängte.
Trotz aller Sturme des Revolutionskricges,ivar Österreich sonder Zweifel noch immer der glück-lichste, der am mildesten beherrschte, im Kriegs - undSteuerivesen am wenigsten bedrückte Sraat geiveseuund kaum durfte irgend eine andere Hauptstadt sicheines solchen, unter allen Claffen gleich verbreitetenWohlstandes rühmen, wie Wien. Es war in denletzten Tagen Theresias und unter Joseph bis zumTürkenkriege, wohlfeiler in Wien zu leben gewesen,als unter Map I. und seinem Enkel Ferdinand. DieseSicherheit und Leichtigkeit des Lebensgenuffes floßwohlthätig in den Nationalcharakter über, dessen Ent-wicklung vielleicht nichts gefehlt hatte, als genauereBekanntschaft des freudige», wohlthätigen und bie-dern Wiens mit dem Zustand anderer Reiche undanderer Hauptstädte, um seine unbewußte Behag-lichkeit, um den gutmüthigen, erlaubten, ja er-wünschlichen Stolz auf sein Land und auf diese Stadt,in ein klares, dankgerührces Bewußtseyn zu verwan-deln? — Ein Vierteljahrhundert von Kriegen sahdie Bevölkerung iminer nur iin Steigen. Für denDeutschen wird der Kaiser-Nahme seinen ho-