i58 Die Franzosen in Wien.
ehrwürdiger Erzbischof, der Probst zu Klosterneuburg,Fürst Sinzendorf, die Grafen Breuner und Traut-mannsdorf, Vicebürgermeister Weber, Stadtober-kämmerer Schwinner, die Magistratsräthe Wildgansund Ech. — Napoleon versicherte, „daß die Wienerwegen ihrer rühmlichen Anhänglichkeir an ihren Herrn,den Schutz der Personen und des Eigenthums wohlverdienten und auch sicher zu gewarten härten."
Sowohl Mack als auch F. M. L. Graf Giulaywaren Überbringer friedfertiger Gesinnungen Napo-leons gewesen, der zuvorderst Geneigtheit zum Waf-fenstillstände zeigte. In Poisdorf oder noch naher beyWien sollte eine Zusammenkunft statt haben. Alleshielt die Waffenruhe für bereits abgeschlossen. — Ami3. Nov. um ii Uhr Mittags zog ganz unvermuthetder feindliche Vortrab, Murat und Lanncs an derSpitze, i5,ooo Mann von allen Waffengattungen,in Schlachtordnung, mit fliegenden Fahnen und klin-genden Spiel, von der Mariahülfer Linie beym Burg-thor herein, durch die Stadt, über den Kohlmarkt,Graben und Stephansplatz zum rothen Thurm, dieBürgerwachen salutirend und befremdet über die stille,jedoch nicht die geringste Furcht verrathende Haltungder Einwohner. Alles glaubte an vertragsmäßigeÜbergabe der Stadt und der Brücke, an bereits be-stehenden Waffenstillstand und nahen Frieden. Unterdem Schleyer solcher Gerüchte gelang es der Hinter-list Murats und Lannes, die Abbrennung der Tabor-brücke zu verhindern, über die sie dann sogleich imSturmschritt hinwegzogen, jenseits Posto faßte» undeinen herrlichen Artilleriepark nahmen. Die retiriren-