Die Taborbrücke. i5g
den Russen kamen dadurch in die äußerste Gefahr, vonBrunn abgeschnitten zu werden. Da schloß am »6. Nov.in Hollabrunn, des Kaisers Alexander Generaladju-tant Gras Winzingerode, mit dem Chef des großenGeneralstabs Belliard einen W a ffenstil l sta n d,kraft dessen die Russen sich in Etappenmärschen auSDeutschland zurückziechen, Murat aber seinen Marschauf Nikolsburg einstellen sollte. ■— Napoleon ahntesogleich eine Kriegslist, eine kleine Vergeltung desVorfalls an der Taborbrücke!! Er verwarf diese Waf-fenruhe ; aber indessen hatte Kutusow Zeit und denVorsprung auf die Brunner Straße bereits wiedergewonnen. Sein Nachtrab unter dem Fürsten Ba-gration both den nacheilenden Franzosen beyGunters-dorf heldenmüthig die Spitze, schlug sich durch ihreÜbermacht durch und machte sogar noch Gefangene.Am ig. Nov. erreichte Murat Brunn, das sammtdem Spielberg und bedeutenden Vorrärhen verlas-sen war.
Napoleon, der Anfangs die für RußlandsMonarchen im Amalienhof bereiten Zimmer harte be-wohnen wollen, verlegte sogleich sein Hof - und Heer-lager nach Schönbrunn und zeigte überhaupt einedunkle Scheu gegen Wien, das er nur bey Nacht,oder im tiefsten Incognito, oder in unangekündigtemraschem Durchmarsch, von zahlreicher Reiterey umge-ben, betrat. Prinz Murat bezog den Pallast desHerzogs Albert, der Stadtcommandant GeneralHulin (einer der Stürmer der Bastille und Präsi-dent des Standrechtes über den Herzog von Enghien,)jenen des Fürsten Lobkowitz. — General Clarke